Kann man auch nur vorübergehend eine 24-Stunden-Pflege buchen?

Marcel Fallert ·
Pflegerin legt einer älteren Frau im Sessel fürsorglich eine Decke über den Schoß, warmes Nachmittagslicht, Familienfotos im Hintergrund.

Viele Familien stehen plötzlich vor der Frage, wie sie eine Betreuungssituation überbrücken können, ohne sich sofort langfristig festzulegen. Vielleicht erholt sich ein Angehöriger nach einer Operation, vielleicht ist die pflegende Person selbst erkrankt oder eine geplante Reise steht an. In solchen Momenten stellt sich die Frage: Kann man eine 24-Stunden-Pflege vorübergehend buchen, ohne einen dauerhaften Vertrag eingehen zu müssen? Die Antwort ist ja, und dieser Artikel erklärt, wie das funktioniert, für wen es geeignet ist und worauf Sie dabei achten sollten.

Was ist eine vorübergehende 24-Stunden-Pflege?

Eine temporäre 24-Stunden-Pflege bedeutet, dass eine Betreuungskraft für einen begrenzten Zeitraum in den Haushalt eines pflegebedürftigen Menschen einzieht und dort rund um die Uhr präsent ist. Wichtig zu wissen: Der Begriff „24-Stunden-Pflege“ beschreibt keine ununterbrochene Arbeitszeit von 24 Stunden täglich. Die Betreuung erfolgt flexibel im Alltag, jedoch im Rahmen gesetzlicher Arbeitszeiten. Die Betreuungskraft lebt im Haushalt und ist bei Bedarf ansprechbar.

Im Unterschied zu einer dauerhaften Betreuung ist die vorübergehende Variante zeitlich klar begrenzt. Sie kann beispielsweise für wenige Wochen oder einige Monate vereinbart werden. Inhaltlich unterscheidet sie sich kaum von einer langfristigen Betreuung: Die Betreuungskraft übernimmt hauswirtschaftliche Aufgaben wie Kochen, Einkaufen und Reinigen, begleitet den pflegebedürftigen Menschen im Alltag und leistet Grundpflege. Ein Überblick über die konkreten Leistungen hilft dabei, den eigenen Bedarf besser einzuschätzen.

Medizinische Behandlungspflege, also das Verabreichen von Medikamenten, Wundversorgung oder Insulingaben, gehört ausdrücklich nicht zum Aufgabenbereich einer Betreuungskraft. Diese Leistungen müssen durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht werden und werden bei ärztlicher Verordnung von der Krankenkasse übernommen.

Für wen ist eine zeitlich begrenzte Betreuung geeignet?

Eine kurzzeitige häusliche Pflege ist für eine Vielzahl von Situationen sinnvoll. Sie kommt vor allem dann in Frage, wenn der Pflegebedarf absehbar zeitlich begrenzt ist oder wenn eine bestehende Betreuungslösung vorübergehend ausfällt. Typische Anlässe sind:

  • Krankenhausentlassung: Nach einem Krankenhausaufenthalt, etwa nach einem Schlaganfall oder einer Hüftoperation, benötigen viele Menschen in der Übergangsphase intensive Unterstützung zu Hause.
  • Ausfall der pflegenden Person: Wenn ein Angehöriger, der normalerweise die Pflege übernimmt, selbst erkrankt oder in den Urlaub fährt, kann eine Betreuungskraft die Versorgung sicherstellen.
  • Überbrückung bis zu einer dauerhaften Lösung: Wer noch keine langfristige Entscheidung getroffen hat, kann mit einer temporären Betreuung Zeit gewinnen, ohne auf Unterstützung verzichten zu müssen.
  • Testphase: Manche Familien möchten zunächst ausprobieren, wie sich eine häusliche Betreuung anfühlt, bevor sie eine dauerhafte Vereinbarung treffen.
  • Erkrankungen mit vorübergehend erhöhtem Bedarf: Bei Diagnosen wie Parkinson, Demenz oder nach einem Schlaganfall kann der Betreuungsbedarf phasenweise stark ansteigen.

Grundsätzlich gilt: Eine zeitlich begrenzte Betreuung eignet sich für alle Menschen, bei denen eine vorübergehende intensive Unterstützung im eigenen Zuhause sinnvoller ist als ein Heimaufenthalt.

Wie lange kann man eine 24-Stunden-Pflege buchen?

Die Mindest- und Maximaldauer einer temporären 24-Stunden-Betreuung ist nicht gesetzlich festgelegt und hängt vom jeweiligen Anbieter sowie den individuellen Absprachen ab. In der Praxis orientiert sich die Einsatzdauer häufig an den natürlichen Wechselrhythmen der Betreuungskräfte.

Eine Betreuungskraft bleibt in der Regel zwischen zwei und drei Monaten am Stück im Einsatz, bevor ein geplanter Wechsel stattfindet. Das bedeutet: Auch für kürzere Zeiträume ist eine Buchung möglich, jedoch sollte man realistisch einplanen, dass eine Eingewöhnungsphase stattfindet und ein zu kurzer Einsatz sowohl für die Betreuungskraft als auch für den pflegebedürftigen Menschen belastend sein kann.

Wer eine Betreuung für einige Wochen benötigt, sollte dies offen kommunizieren, damit die Vermittlung entsprechend geplant werden kann. Wichtig ist auch, dass bei einem geplanten Ende der Betreuung rechtzeitig informiert wird, damit alle Beteiligten ausreichend Zeit für die Übergabe haben.

Welche Kosten entstehen bei einer kurzfristigen 24-Stunden-Betreuung?

Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Pflegebedarf, die Region und die Dauer des Einsatzes. Orientierungswerte liegen häufig im Bereich von mehreren Tausend Euro monatlich. Da sich Preise je nach Anbieter und Situation unterscheiden, ist ein individuelles Angebot der verlässlichste Ausgangspunkt.

Für Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad gibt es wichtige Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren. Leistungen und Zuschüsse können sich durch gesetzliche Anpassungen ändern, daher ist eine individuelle Beratung empfehlenswert. Folgende Grundprinzipien sind jedoch stabil:

  • Pflegesachleistungen: Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 können Pflegesachleistungen für die Finanzierung einer häuslichen Betreuung einsetzen. Die genaue Höhe hängt vom Pflegegrad ab.
  • Entlastungsbetrag: Zusätzlich steht Pflegebedürftigen ein monatlicher Entlastungsbetrag zur Verfügung, der für anerkannte Betreuungsangebote genutzt werden kann. Stand aktuell beträgt dieser 131 Euro monatlich, kann sich jedoch durch gesetzliche Anpassungen ändern.
  • Erstattung über anerkannte Anbieter: Wer einen nach § 45a SGB XI anerkannten Anbieter wählt, kann bis zu 40 % der Pflegesachleistungen auf die Betreuung anrechnen lassen. Nicht anerkannte Anbieter bieten diese Möglichkeit nicht.

Auch bei einer vorübergehenden Betreuung können diese Leistungen grundsätzlich genutzt werden, sofern ein Pflegegrad vorliegt. Leistungen werden rückwirkend ab dem Datum der Antragstellung gewährt, weshalb ein frühzeitiger Antrag bei der Pflegekasse sinnvoll ist.

Wie schnell kann eine Betreuungskraft vermittelt werden?

Gerade bei unvorhergesehenen Situationen ist die Frage nach der Reaktionsgeschwindigkeit entscheidend. Wie schnell eine Betreuungskraft tatsächlich verfügbar ist, hängt vom Anbieter und der aktuellen Verfügbarkeit geeigneter Kräfte ab.

Der Vermittlungsprozess folgt in der Regel einem klaren Ablauf:

  1. Unverbindliche Beratung: In einem ersten Gespräch wird die individuelle Pflegesituation besprochen und geprüft, welche Leistungen der Pflegekasse genutzt werden können.
  2. Persönliches Angebot: Auf Basis des Gesprächs wird ein maßgeschneidertes Angebot erstellt.
  3. Auswahl der Betreuungskraft: Nach der Entscheidung werden passende Betreuungspersonen vorgeschlagen, abgestimmt auf Anforderungen und Lebenssituation.
  4. Anreise und Betreuungsstart: Die Betreuungskraft reist an und die Betreuung beginnt mit einem persönlichen Ansprechpartner an der Seite.

Als Orientierungswert gilt: Nach Vertragsabschluss ist eine Anreise der Betreuungskraft in der Regel innerhalb von 6 bis 10 Werktagen möglich. Wer sich frühzeitig meldet und alle notwendigen Informationen bereitstellt, kann den Prozess deutlich beschleunigen. Mehr über die Betreuungskräfte und deren Auswahl erfahren Sie auf der entsprechenden Seite.

Was passiert, wenn die Betreuung länger gebraucht wird?

Es kommt häufig vor, dass eine zunächst als vorübergehend geplante Betreuung länger andauert als ursprünglich erwartet. Eine Erkrankung heilt langsamer als erhofft, der Pflegebedarf steigt oder die Familie merkt, dass die häusliche Betreuung die beste Lösung für alle Beteiligten ist. Das ist kein Problem, solange man rechtzeitig kommuniziert.

In solchen Fällen kann die Betreuung in der Regel verlängert werden. Auch ein nahtloser Übergang von einer temporären zu einer dauerhaften Betreuung ist möglich. Dabei wird ein geplanter Wechsel der Betreuungskraft organisiert, häufig mit einer Stammbetreuerin und einer Urlaubsvertretung, um Kontinuität sicherzustellen. Bei Krankheit oder ungeplantem Ausfall wird schnell für Ersatz gesorgt, sodass die Versorgung nicht unterbrochen wird.

Wer absehen kann, dass der Bedarf wächst, sollte auch prüfen, ob eine Höherstufung des Pflegegrades sinnvoll ist. Leistungen hängen vom Pflegegrad ab und werden regelmäßig angepasst. Eine frühzeitige Beantragung sichert rückwirkende Leistungen ab Antragsdatum.

Wie Sofiapflege bei der vorübergehenden 24-Stunden-Betreuung hilft

Wir bei Sofiapflege verstehen, dass Pflegesituationen oft plötzlich entstehen und schnelle, verlässliche Lösungen erfordern. Als einer der wenigen offiziell anerkannten Anbieter nach § 45a SGB XI vermitteln wir seit fast zwanzig Jahren osteuropäische Betreuungskräfte für die häusliche Betreuung in Deutschland, ob vorübergehend oder dauerhaft.

Was uns dabei auszeichnet:

  • Schnelle Vermittlung: Nach Vertragsabschluss reist die Betreuungskraft in der Regel innerhalb von 6 bis 10 Werktagen an.
  • Individuelle Bedarfsermittlung: Unsere regionalen Fachberater analysieren Ihre konkrete Situation und erstellen innerhalb eines Werktages ein unverbindliches Angebot.
  • Kostenerstattung prüfen: Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Leistungen der Pflegekasse für Ihre Situation genutzt werden können, denn als anerkannter Anbieter nach § 45a SGB XI können bis zu 40 % der Pflegesachleistungen erstattet werden.
  • 24/7-Notfallhotline: Wir sind rund um die Uhr erreichbar, damit Sie in keiner Situation allein sind.
  • Flexible Übergänge: Sollte aus einer temporären Betreuung eine dauerhafte werden, begleiten wir diesen Übergang nahtlos und mit persönlichem Ansprechpartner.
  • Keine medizinische Behandlungspflege: Wir vermitteln Betreuungskräfte für die häusliche Betreuung, keine medizinische Pflege. Bei Bedarf koordinieren wir die Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten.

Leistungen und Zuschüsse können sich durch gesetzliche Anpassungen ändern. Unsere Berater prüfen Ihre individuelle Situation und aktuelle Fördermöglichkeiten, damit Sie die bestmögliche Unterstützung erhalten. Nehmen Sie jetzt unverbindlich Kontakt auf und erfahren Sie, wie wir gemeinsam die beste Lösung für Ihre Familie finden.

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